DER HOLUNDER 

Der schwarze Holunder wird bei uns am Hof auf 5 ha als Baum kultiviert. Mittel September beginnt die Ernte, die in ca. 5 Tagen händisch erledigt werden muss.  Der Holunder ist besonders reich an Vitamin C und Kalium. Holunder wird wegen seiner Farbe gezüchtet. Der rote  Farbstoff Sambucyanin wird für die Lebensmittelindustrie und Textilindustrie benötigt. Bei uns am Hof wird Holunder zu Bränden, Marmeladen, Likören und Sirup verarbeitet. Holunder führt roh in großen Mengen genossen zu Übelkeit, die Beeren müssen daher vor dem Verzehr erhitzt werden.

 

Holunderblüten können Ende Mai  und Holunderbeeren können Anfang September vorbestellt werden.

Die Ernte wird dann mit dem Kunden individuell abgestimmt.

Der Holunder ist eine heimische Pflanze. Sein lateinischer Name ist Sambucus nigra, aber im deutschen hat er vielen Namen: Schwarzer Holunder, Holler, Holder, Fliederbusch, Elder uvw. 


HOLUNDER IM JAHRESKREISLAUF

Winter - Schnitt

Die Bäume werden im Winter auf das neue Jahr vorbereitet. Jeder einzelne Baum wird von uns geschnitten. Alle alten abgetragenen Äste werden in Stammnähe entfernt. Am einjährigen Ast trägt der Holunder wieder neue große Fruchtdolden. 

Frühling - Blüte

Ende Mai bis Mitte Juni blüht der Holunder in seiner vollen Pracht. 

 

 

 

 


Sommer - Wachstum

Im Sommer bilden sich kleine grüne Beeren, die sich bis zum Herbst langsam zu schwarzen Beeren umfärben.

Herbst - Ernte

Im Herbst werden die Beeren an ca. 5 Tagen mit der Hand geschnitten.



TEILE DES HOLUNDERS

"Vor den Hollerstrauch muss man den Hut ziehen"

...große Ärzte, Naturkundler, Heiler aller Epochen haben auf die Wirkung von Holunder vertraut...

 

Gajus Plinius (23-79 n. Chr.), römischer Feldherr, Staatsmann und Naturheiler widmete sich schon früh dem Holunder. Hildegard von Bingen, Paracelsus und Pfarrer Sebastian Kneipp schätzten die Teile des Holunders und sein Wirkungen sehr.

 

Blüten

Holunderblüten steigern die Abwehrkräfte. Sie wirken kühlend und werden so bei Fieber oder als Erfrischungsgetränk im Sommer verwendet. Weiters haben sie eine schweißtreibende Wirkung und helfen bei starker Verschleimung, Husten und Stirnhöhlenentzündung.

Produkte am Hof:

  • Holunderblütenlikör
  • Holundersirup

Beeren

Gekochte Beeren haben eine hohen Anteil an Vitamin C und stärken somit die Abwehrkräfte. Der hohe Anteil an Vitamin B unterstützt bei Nervenschmerzen. Und der hohe Anteil an Anthozyane unterstützt bei Krebsbehandlungen und wirkt vorbeugend.

Produkte am Hof:

  • Holunderbrand
  • Holunderlikör
  • Holundersirup
  • Holunderfruchtaufstrich

Blätter

Holunderblätter sollen - lt. Volksmund eintrige Wunden - heilen.

Rinde

Holunderrinde als Tee aus der Apotheke wirkt gut gegen Rheuma und Gicht.

Wurzeln

Die Wurzel aus der Apotheke ist reich an Gerbstoffen und wirkt blutreinigend und bei Nierenschwäche.



GESCHICHTE UND MYTHOLOGIE

"Ringel, ringel, reia, sind ma unser dreia, sitzen unterm Hollerbusch, rufen alle husch, husch, husch"

Der Schwarzer Holunder ist ein Baum der zahlreiche Mythen, Sagen und Geschichten in sich birgt.

 

KELTEN: Bei den Kelten verkörpert der Baum die Unendlichkeit des Leben. Im Winter ist der Baum tot und im Frühjahr erwacht er wieder zum Leben.

 

BIBEL: Bereits in der Bibel gibt es Hinweise auf Holunder. Die Wiege und das Kreuz  Jesu sollen aus Holunderholz gewesen sein. Die heilige Familie soll auf der Flucht nach Ägypten unter einem Holunderbaum gerastet haben und Judas soll sich an einem Holunderbaum erhängt haben.

 

GERMANEN: Manche Stämme der Germanen bestatteten ihre Toten unter einem Holunderbaum. Sie brachten ihm Opfergaben (Brot, Milch, Bier) .

Freya, die germanische Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit soll im Hollerstrauch wohnen. Holda - die Muttergöttin der germanischen Mythologie hatte nicht zufällig einen ähnlichen Namen.  Holda wurde als Hausgöttin verehrt. Man brachte ihr Opfergaben zum Holunderbaum. Holda war die Schutzpatronin für Mensch und Pflanzen. Solange die Menschen an Holda glaubten war es verboten, einen Hollerbusch zu fällen oder zu beschädigen.

 

Im Zuge der Christianisierung wird der heilige St. Nikolaus an die Stelle der Frau Holle gesetzt. Den Holunderzweig den er in der Hand hielt - ein Symbol für Fruchtbarkeit - verwandelte sich in eine Rute. Man pflanzte den Holunder oft zum Schutz gegen böse Geister und gegen den Blitzschlag als Hausbaum.

 

Ein alter Glaube besagt, dass es ein Zeichen sei. dass ein Verstorbener seine Ruhe gefunden habe, wenn ein Holunderzweig zu wachsen beginnt.